Donnerstag, 28. Juni 2018

Schönbergertal mit Sicht auf Bensheim - St. Georg, Parkstraße und Guntrum um 1930

Diese wunderschöne, leicht zu stark kolorierte Ansichtskarte aus den 1930er Jahren zeigt Bensheim aus dem Schönbergertal heraus. Man erkennt St. Georg - hier noch im Originalzustand mit dem historischen Turm - rechts den Turm der Guntrum-Brauerei, links daneben lugt der Rote Turm heraus  und im Vordergrund die Parkstraße mit den Anwesen Parkstraße 6 und 10.

Quelle: Postkarten-Kunstverlag Wilhelm Gerling, Darmstadt, Serie IX, No. 1409.

Samstag, 2. Juni 2018

Doppeldeutige Ansichtskarte aus Bensheim - Ein versteckter Hinweis?

Die Ansichtskarte, die 1912 auf die Reise nach Frankfurt geschickt wurde, fällt durch zwei Dinge auf. 

Zum einen das Motiv. Man sieht auf der Vorderseite das Amtsgericht in Bensheim, so wie es heute auch noch in der Wilhelmstraße 26 vorzufinden ist. Entscheidend ist der Hintergrund... Genau... Nichts! Die Fehlheimerstraße zeigt sich in gähnender Leere...

Zum anderen ist es der Text. Dieser ist sehr einfach gehalten, die nicht nachvollziehbare Zeichensetzung im Original (in der Transkription bereits ergänzt) ignorieren wir geflissentlich, aber lesen sie selbst:

"Ansichtskarte, gelaufen 19.07.1912; Adressat: Frl. Anna Reiner, Körnerwiese 15, Frankfurt; Text: Von der schönen Bergstrasse sendet Ihnen die besten Grüsse [...]. Wie geht es Ihnen. Hoffentlich gut. Ich komme bald wieder."

"Von der schönen Bergstraße"... als Motiv das Amtsgericht. "Ich komme bald wieder..." Will uns der Absender versteckt mitteilen, dass der Aufenthalt nicht ganz freiwillig ist? Wir werden es nie wissen, aber dafür genießen wir die verschiedenen Interpretationen, die die diese Karte zulässt.

Verlag: Dr. Trenkler Co., Leipzig. Bnsh. 3

Montag, 21. Mai 2018

Bildvergleich - Grieselstraße 33 und 31 - 1982 - 2018

Dieser Bildvergleich geht einher mit dem Bildvergleich "Bildvergleich - Grieselstraße 33 - 1982 - 2018" nur dieses Mal zeigt sich die Straße von der anderen Seite.

Auch hier ist es schwierig gewesen, die Perspektive genau zu treffen, aber der Gesamteindruck zeigt die massiven Veränderungen.


Montag, 30. April 2018

Bildvergleich - Grieselstraße 33 - 1982 - 2018

Der Griesel... der berühmt, berüchtigte Teil Bensheims und wegen seiner urigen Art und der damals unzähligen kleinen Bauernhöfe, Handwerksbetriebe und sonstiger Dienstleister sehr lebendige Teil Bensheims wirkt heute sehr aufgeräumt. 
Bis in die 1980er Jahre allerdings war die alte Bausubstanz in großen Zügen noch vorhanden. Was daraus wurde, zeigt der heutige Bildvergleich....



Sonntag, 22. April 2018

Bildvergleich - Der Bahnhof und der Bahnhofsvorplatz 1908 und 2018

Heute wieder einmal ein Bildvergleich, der zeigt wie sehr sich Bensheim in 100 Jahren verändert hat. Die gemütliche Idylle des Bahnhofs und des Bahnhofsvorplatzes ist der grauen Tristesse einer gepflasterten und asphaltierten Städtebaumode der 1980er Jahre gewichen. 

Vom Grün des Parks, von der Ruhe der Anlage fehlt heute jede Spur. Selbst der Weg zu Bahnhof - früher ungefährlich und beschaulich - ist nicht mehr möglich. Ein Zaun inmitten der B3 schützt unvorsichtige Bahn- und Busreisende vor dem Überqueren der Verkehrsschneise.

Auch das Bahnhofsgebäude wurde im Bereich der Eingangstüren und Nebengebäude umgestaltet. Die Anhebung der Bahntrasse erst gar nicht zu erwähnen. Nichts bleibt, wie es ist.





Donnerstag, 5. April 2018

Vom 7. Bergsträßer Winzerfest - nach Missouri - und zurück... was eine Postkarte alles preisgeben kann

Die Ansichtskarte der Lehrmittelanstalt Bensheim ist häufig anzutreffen. Sie zeigt die Historische Bürgerwehr der Heimatvereinigung Oald Bensem beim Aufmarschieren auf dem Bensheimer Marktplatz - eine geschickte Fotomontage. Die Ansichtskarte zeigt im Hintergrund das Fleck'sche Haus und sie wurde anlässlich des siebten Bergsträßer Winzerfestes (14. - 17. September 1935) in die USA verschickt.



Die Karte enthält neben wenigen Zeilen Text - einfache Grußworte - auch etliche Unterschriften, die im Zusammenhang mit dem Kartenmotiv und dem Bergsträßer Winzerfest stehen.

Der Text lautet:
"Vom 7. Winzerfest herzl[iche] Grüsse [Klingler]"
"Herzliche Grüse sendet Ihnen u[nd] Luise Frau Klingler"
Die Unterschriften stammen unter anderem von Joseph Stoll, Jakob Fertig, Meyer und weiteren, leider nicht sehr leserlichen Unterschriften unbekannter Personen.





Was macht diese Karte aber so besonders?
Es ist der Adressat. Josef Schober stammt aus der Küferei- und Winzerlinie, von der hier bereits berichtet wurde (Die Küferei, das Haus in der Hauptstraße und der Bildvergleich damals - heute).

Josef Schober wuchs zu einer Zeit auf, in der Arbeitsplätze rar und die Not groß war. Er war jung und ging in die Welt hinaus. Zuerst innerhalb Deutschlands und dann nach Amerika.

Seine Frau lernte er in Bensheim kennen und sie küssten sich am Brunnen in der Hauptstraße. Na, fällt jetzt der Groschen? Genau, es war der Brunnen, der erst 1989 wieder nach Bensheim zurückkehrte und er wurde gestiftet... von Josef Schobers Witwe... da schließt sich der Kreis.

Das, was er 1928 an Geld dabei hatte, sollte für die Anfänge reichen, doch was aus ihm wurde, dürfte die Vorstellungen bei weitem übertreffen haben. Was so einfach klingt, ist ein fast elf Jahre dauernder Lern- und Leidensweg, der letztendlich zu Josef Schobers Erfolg führte...

Einer eigenen Gastwirtschaft... ein Weinlokal... Schober's Wine Restaurant...


Ein weiteres Dankeschön geht an Herrn Hans Bernhard Schober, der auch diese Karte zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 30. Januar 2018

Marktplatz - Ecke Hauptstraße: Rettet, was zu retten ist!

Heute drei Ansichtskarten, die zeigen, was schützenswert ist. Denn auch wenn man sich der drohenden Gefahr am Marktplatz bewusst ist, so können diese Ansichtskarten zeigen, was bereits verloren ist und mahnend auf notwendiges Handeln hinweisen.

In der ersten Postkarte von 1904 steht es noch: Das Haus ganz rechts, Ecke Klostergasse... sehen sie es? Verloren!

Ansichtskarte von 1904: Verlag - Gebrüder Metz, Tübingen.

Das Eckhaus (zur Zeit günstiges Bekleidungsgeschäft) und die zwei benachbarten Fachwerkhäuser  (Bioladen und Reisebüro) stehen auch heute noch, aber dann... heute eine Straße, die sehr stark von den Gebäuden der Nachkriegszeit geprägt ist.

Ansichtskarte, gelaufen 1926: Graphische Verlags-Anstalt G.m.b.H. Dresden-Blasewitz

Diese Ansicht lässt bereits den veränderten Baubestand anhand der Giebel erkennen, auch am Kloster ist der Giebel und der Glockenturm anders... 


Ansichtskarte um 1960: Verlag Gebrüder Metz, Tübingen.

Hoffen wir, dass es den verbliebenen alten Häusern Bensheims nicht so geht, wie dem Eckhaus "Marktplatz, Ecke Klostergasse". Hoffen wir, dass Kultur vor Kommerz geht... sonst sehen die Postkarten in ein paar Jahren an dieser Ecke Bensheims noch trauriger aus.

Montag, 1. Januar 2018

Grieselstraße anno 1983 - Weingut Mohr

Die Grieselstraße in Bensheim in Blickrichtung Nord. Die Grieselstraße erfuhr in den 1980er Jahren erhebliche Veränderungen, so auch im Bereich der Häuser 53 und 55.

Heute befindet sich hier die - aktuelle - beliebte Gutsschänke Mohr sowie die Halle für den Winzerbetrieb.


BIAB_Stadtarchiv_Grieselstrasse_009.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim; Blick in die Grieselstraße Richtung Norden auf das damalige Anwesen "Weingut Mohr" im Jahre 1983. Foto: Dietmar Funck; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017.