Samstag, 29. Mai 2021

Bensheimer Hauptstraße, Ecke Schlinkengasse - Bildvergleich 1905 - 2021

Ein Bildvergleich zwischen den Jahren 1905 und 2021. Der vielleicht prachtvollste Fachwerkbau - der Mespelbrunner Hof - steht im Jahre 1905 in voller Schönheit auf der Ecke Hauptstraße - Schlinkengasse. Das Gebäude übersteht den Zweiten Weltkrieg, aber nicht den Modernisierungswahn der 1950er Jahre. Er wird unter fadenscheinigen Gründen abgerissen.

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Donnerstag, 13. Mai 2021

Der Mespelbrunner Hof und die Bensheimer Hauptstraße 1905 - 1911 - 1950

Jetzt tauchen Sie einmal ganz in das alte Bensheim ein. Drei Bilder, die die Hauptstraße noch in ihrer ganzen Urigkeit zeigen. Während das erste Bild "nur" den Mespelbrunner Hof in seiner Pracht 1905 nach dem Wiederaufbau und der Entfernung der Erker zeigt, lassen sich auf den beiden anderen Bilder auch Eindrücke der Hauptstraße gewinnen, die heute so nicht mehr zu finden sind. Achten Sie einmal auf die alten Gebäude, die alten Namen der Geschäfte: "Colonialwaren Heinrich Fleck, Seifengeschäft Marquart und Kaffee Geschäft Gebrüder Kayser". Sehen Sie den Schutzmann mit Pickelhaube im Gespräch mit Bensheimer Pennälern? Na, dann gehen Sie doch einmal auf die Suche....

 

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Hauptstrasse_Mespelbrunner_Hof_001.jpg;  Quelle: Stadtarchiv Bensheim; Die Bensheimer Hauptstraße Richtung Norden um das Jahr 1905. Links Bauarbeiten an der Kanalisation bzw. dem Gebäude Hauptstraße 21 an der Ecke Schlinkengasse. Direkt angrenzend ein prachtvolles Fachwerkhaus, das wenige Jahre nach Entstehung dieses Fotos abgerissen wurde, der Mespelbrunner Hof (Hauptstraße 19, Siegfried Haas, ab 1938 Heinrich Müller). Dahinter folgen Fachwerkhäuser, die in den 1910er Jahren abgerissen wurden und durch ein von Heinrich Metzendorf entworfenes Gebäude (Kaufhaus Heinrich Müller) ersetzt wurde. Der Mespelbrunner Hof wird auf diesem Bild bereits als Geschäftshaus genutzt, Teile des gemauerten  Erdgeschosses wurden durch Metallstützen bereits ersetzt, um so große Fensterflächen zu ermöglichen. Spätere Bilder zeigen, dass der Geschäftsmann Siegfried Haas auch eine Fensterfront zur Schlinkengasse bauen ließ. Das Bild zeigt das Gebäude in einem noch sehr gepflegten Bauzustand, spätere Bilder zeigen den sukzessiven Zerfall. Zudem ist aufgrund der fehlenden neuen Bebauung auf der linken Seite, fast die gesamte Südseite (Schlinkengasse) des Hofes zu sehen. Digitalisierung: Stadtarchiv Bensheim, Zusammenstellung: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021.
Bild 1: Mespelbrunner Hof um 1905

Die Bensheimer Hauptstraße Richtung Norden um das Jahr 1905. Links Bauarbeiten an der Kanalisation bzw. dem Gebäude Hauptstraße 21 an der Ecke Schlinkengasse. Direkt angrenzend ein prachtvolles Fachwerkhaus, das wenige Jahre nach Entstehung dieses Fotos abgerissen wurde, der Mespelbrunner Hof (Hauptstraße 19, Siegfried Haas, ab 1938 Heinrich Müller). Dahinter folgen Fachwerkhäuser, die in den 1910er Jahren abgerissen wurden und durch ein von Heinrich Metzendorf entworfenes Gebäude (Kaufhaus Heinrich Müller) ersetzt wurde. Der Mespelbrunner Hof wird auf diesem Bild bereits als Geschäftshaus genutzt, Teile des gemauerten  Erdgeschosses wurden durch Metallstützen bereits ersetzt, um so große Fensterflächen zu ermöglichen. Spätere Bilder zeigen, dass der Geschäftsmann Siegfried Haas auch eine Fensterfront zur Schlinkengasse bauen ließ. Das Bild zeigt das Gebäude in einem noch sehr gepflegten Bauzustand, spätere Bilder zeigen den sukzessiven Zerfall. Zudem ist aufgrund der fehlenden neuen Bebauung auf der linken Seite, fast die gesamte Südseite (Schlinkengasse) des Hofes zu sehen. 

 

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Hauptstrasse_Mespelbrunner_Hof_002.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim; Die Bensheimer Hauptstraße Richtung Süden im Jahre 1911. Im Hintergrund die Häuser am Marktplatz mit dem Haus Fleck (Colonialwaren Heinrich Fleck (Delicatessen und Südfrüchte)) und links daneben ein Herrenausstatter (Gewänder nach Maass). Auf der rechten Seite der Mespelbrunner Hof mit ausgefahrenen Markisen und dem bereits durch Metallstützen geöffnete  Erdgeschoss für die großen Schaufenster. Spätere Bilder zeigen, dass der Geschäftsmann Siegfried Haas auch eine Fensterfront zur Schlinkengasse bauen ließ. Die Häuserzeile am rechten Bildrand (Metzgerei A. Fan[…], Kaffee-Geschäft Gebr. Kayser und das Seifengeschäft Marquart) bis zum Mespelbrunner Hof wird in wenigen Jahren durch einen Neubau, entworfen durch Heinrich Metzendorf, ersetzt. Dieses neue Gebäude beherbergte das Kaufhaus Heinrich Müller.
Bild 2

Die Bensheimer Hauptstraße Richtung Süden im Jahre 1911. Im Hintergrund die Häuser am Marktplatz mit dem Haus Fleck (Colonialwaren Heinrich Fleck (Delicatessen und Südfrüchte)) und links daneben ein Herrenausstatter (Gewänder nach Maass). Auf der rechten Seite der Mespelbrunner Hof mit ausgefahrenen Markisen und dem bereits durch Metallstützen geöffnete  Erdgeschoss für die großen Schaufenster. Spätere Bilder zeigen, dass der Geschäftsmann Siegfried Haas auch eine Fensterfront zur Schlinkengasse bauen ließ. Die Häuserzeile am rechten Bildrand (Metzgerei A. Fan[…], Kaffee-Geschäft Gebr. Kayser und das Seifengeschäft Marquart) bis zum Mespelbrunner Hof wird in wenigen Jahren durch einen Neubau, entworfen durch Heinrich Metzendorf, ersetzt. Dieses neue Gebäude beherbergte das Kaufhaus Heinrich Müller. 


BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Hauptstrasse_Mespelbrunner_Hof_003.jpg;  Quelle: Stadtarchiv Bensheim; Die Bensheimer Hauptstraße Richtung Norden im Jahre 1950. Links befindet sich das Geschäft Kaiser's (Hauptstraße 21) dahinter der Zugang zur Schlinkengasse. Direkt angrenzend ein prachtvolles Fachwerkhaus, das wenige Jahre nach Entstehung dieses Fotos abgerissen wurde, der Mespelbrunner Hof (Hauptstraße 19, hier Kaufhaus Müller, ehem. Siegfried Haas)). Dahinter folgt das von Heinrich Metzendorf entworfene und in den 1910er Jahren erbaute Stammhaus des Kaufhaus Heinrich Müller und im weiteren Verlauf der Hauptstraße (ab dem Willys Jeep) die Nachkriegsbauten (Sportgeschäft Klingler) bis zum Ritterplatz. Auf der rechten Seite am oberen Bildrand  sieht man die Balken für den Neubau Hauptstraße 34. Digitalisierung: Stadtarchiv Bensheim, Zusammenstellung: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021.
Bild 3

Die Bensheimer Hauptstraße Richtung Norden im Jahre 1950. Links befindet sich das Geschäft Kaiser's (Hauptstraße 21) dahinter der Zugang zur Schlinkengasse. Direkt angrenzend ein prachtvolles Fachwerkhaus, das wenige Jahre nach Entstehung dieses Fotos abgerissen wurde, der Mespelbrunner Hof (Hauptstraße 19, hier Kaufhaus Müller, ehem. Siegfried Haas)). Dahinter folgt das von Heinrich Metzendorf entworfene und in den 1910er Jahren erbaute Stammhaus des Kaufhaus Heinrich Müller und im weiteren Verlauf der Hauptstraße (ab dem Willys Jeep) die Nachkriegsbauten (Sportgeschäft Klingler) bis zum Ritterplatz. Auf der rechten Seite am oberen Bildrand  sieht man die Balken für den Neubau Hauptstraße 34.

Papiermodell vom Mespelbrunner Hof - demnächst

Für alle Freunde des Modellbaus und historischer Gebäude soll der "Mespelbrunner Hof" als Papiermodell demnächst erscheinen... Lassen Sie sich überraschen...

Vielen Dank an Dieter Ehret, der auf de Suche nach weiteren Bildern für das Modellbauprojekt diese Bilder organisierte.

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Dienstag, 27. April 2021

Abriss "Haus Schwerdt" - Schuhgasse 1968

Stück für Stück schwindet das alte Bensheim - Im Jahre 1968 fällt das "Haus Schwerdt" der Abrissbirne zum Opfer. Neben dem Haus sind es die vielen Details, die das Ansehen einer Straße wie die Schuhgasse prägen: Kopfsteinpflaster, alte Mauern und Tore. Wer heute durch Bensheim geht, dürfte die Schuhgasse eher meiden... da ist nicht viel zu sehen... Sorry!

Die Bilder stammen aus dem Stadtarchiv Bensheim. Vielen Dank an Dieter Ehret, der sich als Fachwerkenthusiast in bensheim sehr gut auskennt und immer wieder mit Rat und Tat zur Seite steht.

 
 
 






 

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Montag, 19. April 2021

Kurzfristige Einblicke - Abriss von Häusern zeigt das Haus Schlinkengasse 7 und Nachbarhaus von der Seite

Wir schreiben die 1960er Jahre und Deutschland befreit sich von der alten Bausubstanz... weil es einfacher ist, weil es bequem ist... nur das Neue musss nicht immer schön sein. Das Alte zeigt sich aber auch nicht immer von der verlockenden Seite, denn der Gammel und der Zerfall hat nach Jahrzehnten der Verwahrlosung und der vielen Anpassungen der letzten Jahrhunderte Spuren hinterlassen. 

Da sich im Bereich Schlinkengasse - Am Bürgerhaus allmählich die Reihen lichten, erhalten wir durch den Abriss eines Hauses einen seltenen Anblick auf die Schlinkengassse 7. "Ach du grüne Neune... ob das noch was wird?" Ja, es wird etwas, denn das Haus auf der Ecke wird gerettet. Zwar standen die Vorzeichen schlecht, aber es wurde saniert und steht heute in voller Pracht da.

Vielen dank an Dieter Ehret für die vielen Details zu den Gebäuden und die Bilder.

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Am_Buergerhaus_001.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim; zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021;  Das "Bürgerhaus Emig", Schlinkengasse 7 (Ecke "Am Bürgerhaus") in Bensheim, Aufnahme von 1965. Wie etliche andere Fachwerkhäuser auch, die im Innenstadtbereich bis in die 1960er Jahre noch zu finden waren, sollte auch dieses Haus abgerissen werden. Das Haus wurde allerdings in den 1980er Jahren aufwendig saniert und beherbergt heute ein Restaurant. Aufgrund des Abrisses des daneben befindlichen Fachwerkhauses lässt sich das Haus auf dieser Aufnahme von der Seite betrachten. Ein Anblick, der heute aufgrund der neuen Bebauung so nicht mehr möglich ist.

Das Nachbarhaus - noch steht es 

Noch steht es und auch hier erlaubt der Abriss des kleinen Fachwerhäuschens einen Blick auf das alte Fachwerk. Viel wurde daran "gebastelt" und vielleicht würde man es heute noch retten, aber... es ist weg.

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Am_Buergerhaus_002.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim Rechts die Schlinkengasse 7 (Ecke "Am Bürgerhaus", früher "Hintergasse") in Bensheim, Aufnahme von 1965. Wie etliche andere Fachwerkhäuser auch, die im Innenstadtbereich bis in die 1960er Jahre noch zu finden waren, sollte auch dieses Haus abgerissen werden. Das Haus wurde allerdings in den 1980er Jahren aufwendig saniert und beherbergt heute ein Restaurant. Das Fachwerkhaus auf der linken Seite wird abgerissen und die drei Kinder spielen bereits auf den Trümmern eines kleinen Fachwerkhauses, welches bereits abgerisssen wurde. Daher begründet sich auch der direkte Blick auf die freiliegenden Fassaden der noch stehenden Häuser.

Bildvergleich - vor und nach der Instandsetzung

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Donnerstag, 15. April 2021

Das Hasenviertel - Bilder des alten Zustands

 Das Hasenviertel in seinem alten Zustand - letztmalig - denn es droht die Neugestaltung. Was den einen freut, treibt dem anderen Tränen in die Augen. Natürlich will man den Komfort neuer Häuser genießen, aber schön war es schon und hätte wieder schön werden können, aber das ist vergangen.

Die Bilder stammen aus dem Stadtarchiv Bensheim und sind durch "Bensheim in alten Bildern" mit QR-Codes versehen worden... damit findet man auch gleich die richtige Stelle im Stadtplan zum Bild... Ausprobieren!

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Hasenviertel_015.jpg; Stadtarchiv Bensheim; Blick in die Mittlere Hasengasse, Ecke Hasengasse (Elefant als Werbeschild der Firma Brestel, Hasengasse 8; bemaltes Haus auf der linken Seite Hasengasse 15) in den 1930er Jahren, Ansichtskarte. Die Gestaltung der Fassaden mit Motivmalerei sowie das Werbeschild entstanden auf Initiative von Joseph Stoll und der Gewerbeschule Bensheim im Jahre 1935.


BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Hasenviertel_019.jpg; Stadtarchiv Bensheim; Blick in die Mittlere Hasengasse von Ost nach West, Ecke Hasengasse (Elefant als Werbeschild der Firma Brestel, Hasengasse 8) in den 1970er Jahren, Foto von Willy Helm. EIn Großteil der Häuser im Vordergrund sind in den 1970er und 1980er Jahre abgerissen worden.


BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Hasenviertel_018.jpg; Stadtarchiv Bensheim; Blick in die Hasengasse von Nord nach Süd auf das Haus Mittlere Hasengasse 13, Ecke Mittlere Hasengasse (Elefant als Werbeschild der Firma Brestel, Hasengasse 8) in den 1970er Jahren, Foto von Willy Helm. EIn Großteil der Häuser im Hintergrund sind in den 1970er und 1980er Jahre abgerissen worden.

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Dienstag, 16. März 2021

Erro, dum vivo - Totgesagte leben länger - Häuser in der Schlinkengasse / Am Bürgerhaus

Wenn man alte Bilder erhält - in diesem Falle Dias - und diese auch noch falsch beschriftet sind, bzw. falsch in die Diarahmen eingesetzt wurden, dann kann es passieren, dass man Häuser falsch zuordnet. So geschah es mir, als ein altes Dia aus dem Bestand "Wahl" falsch eingescannt und dann falsch interpretiert wurde. Ein vermeintlich abgerissenes Haus (wie im Beitrag vom 24. Juli 2020 "Historisches Fachwerkhaus - Schlinkengasse 7, Ecke "Am Bürgerhaus" dargestellt und mittlerweile korrigiert), steht wie "aus dem Ei gepellt" in Bensheim. Die Schlinkengasse 7.

Auf den Fehler aufmerksam machte Herr Dieter Ehret aus Hemsbach, der  nicht nur die Geschichte des Hauses darlegte, sondern auch noch weitere Geheimnisse der Bergsträßer Fachwerkwelt verriet, und die Geschichte der noch erhaltenen Häuser in der Schlinkengasse und "Am Bürgerhaus"ergänzte.

Aber jetzt erst einmal zum Anwesen "Schlinkengasse 7"

Bilder von 1952




Bilder Mitte der 1970er Jahre (bekannt aus o.g. Beitrag)

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Weitere Fachwerkhäuser im Bereich Am Bürgerhaus / Schlinkengasse

Nun zu Dieter Ehret und dem Fachwerkhaus "Am Bürgerhaus 5" in einem Artikel aus dem Darmstädter Echo vom 1. Juni 1991:

Experte hilft bei Sanierung

Dieter Ehret hat Fachwerkhaus originalgetreu rekonstruiert

 FACHWERK WIE ANNO DAZUMAL: 

Dieter Ehret, Träger des Hessischen Denkmalschutzpreises, hat sich mit dem baulichen Werdegang des Hauses Nummer 5 an der Straße „Am Bürgerhaus" in Bensheim befaßt. Dank seiner Zeichnungen vom Originalzustand wird das Gebäude nach der Sanierung im ersten und zweiten Obergeschoß wieder jene reichgegliederte Fachwerkfassade zeigen, die es ursprünglich gehabt haben muß.
(lug) 

BENSHEIM (DE). Seit einiger Zeit kennt man im Bensheimer Stadtbauamt einen freiwillig engagierten Sanierungsexperten, der zur Pflege des Stadtbildes mit fundierten Anregungen aufwartet. Dieter Ehret, Verwaltungsangestellter in Hemsbach, interessiert sich für alte Fachwerkhäuser, und ganz besonders dafür, wie sie im Orginalzustand ausgesehen haben.

Der Fachwerkforscher aus Passion beläßt es nicht nur bei der Theorie, schreibt Erika Ertl von der Pressestelle der Stadt. Wenn er alles intus hat, was das jeweilige Stadtarchiv, Sanierungsbüro und die Architekten zum Projekt zu sagen haben, schaut er sich selbst um, fotografiert und filmt. Danach legt er Stapel von Skizzen an und baut schließlich das alte Haus im Maßstab 1:20 oder 1:50 nach, einschließlich der inneren Bundwände, sämtlicher Verstrebungen, Fensterfassungen und Treppen.

Mehr als 40 dieser bis zu einem Zentner schweren Modelle hat er bisher nachkonstruiert. Auf einer Wanderausstellung im Südhessischen mögen sie interessierten Besuchern den Blick auf Harmonie und Schönheit der alten Gebäude geschärft haben. Für Ausdauer und Einsatz, der bei Hausbesitzern, Architekten und Sanierungsbeauftragten Bewußtsein schafft und dazu beiträgt, mehr über den Erhalt als über den Abriß nachzudenken, hat Dieter Ehret im vergangenen Jahr zusammen mit anderen den Hessischen Denkmalschutzpreis erhalten.

In Bensheim hat das Fachwerkhaus Nummer 5 an der Straße „Am Bürgerhaus" Ehrets Aufmerksamkeit erregt. Er hat es eingehend erkundet, untersucht, sich mit dem baulichen Werdegang beschäftigt und danach sowohl den jetzigen, als auch den ursprünglichen Zustand des Hauses zeichnerisch dokumentiert.

Nach seinen Angaben wurde das Haus zwischen 1570 und 1575 erbaut und seitdem vielfach verändert. Im 17. Jahrhundert muß das ehemals bodenständige Fachwerk im Erdgeschoß durch massives Bruchsteinmauerwerk ersetzt worden sein. Die Vergrößerung der Fensteröffnungen datiert er ins 18. Jahrhundert.

Die Zeichnungen der Originalfassade, die er dem Stadtbauamt und den Eigentümern zur Verfügung stellte, führten dazu, daß das Eckhaus im ersten und zweiten Obergeschoß wieder jene reichgegliederte Fachwerkfassade zeigen wird, die es ursprünglich gehabt haben muß. Die Holzkonstruktion zeigt jetzt schon, wie es werden wird.

Etwa die Hälfte der noch vorhandenen Holzteile mußte erneuert werden, die andere Hälfte konnte nach fachgemäßer Bearbeitung durch den Zimmermann wiederverwendet werden. Die Denkmalschutzbehörde, die bei der Sanierung ein gewichtiges Wort mitzureden hat, hat die Form der Rekonstruktion befürwortet, heißt es weiter.

Digitalisierte Versionen der Skizzen von Dieter Ehret "Am Bürgerhaus 5"

 

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Video über die Johannesberger Handwerkssammlung mit den Modellen Dieter Ehrets

 

Samstag, 9. Januar 2021

Rodensteinstraße (Mannheimer Straße) / Eisenbahnanlage vor 1900

Die Bahnanlage im Bereich der heutigen Rodensteinstraße auf einer Ansichtskarte der  Kunstanstalt Chr. Haun, Darmstadt; gelaufen: 06.08.1900.


Die Ansichtskarte zeigt die Rodensteinstraße (ursprünglich: Mannheimer Straße), die damals noch auf gleicher Höhe mit den Bahnanlagen der Main-Neckar Bahn bzw. der Hessischen Ludwigs-Bahn lag. Im Hintergrund (Mitte) sieht man die alte Stadtkirche und das Dach des davor befindlichen alten Rathauses. Ganz links erkennt man den Rodensteiner Hof. Von den in der Rodensteinstraße zu sehenden Häusern stehen nur noch wenige. Die Mathildenstraße im rechten Teil des Bildes (links neben dem Haus am rechten Bildrand) ist ebenfalls zu erkennen.

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