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Mittwoch, 27. August 2025

Der Ritterplatz und die Auerbacher Straße um 1905 - kleine Details

 Mag sein, dass man ähnliche Bilder schon mal gesehen hat, aber meist stimmt der Gesamteindruck, während die Details abweichen. So zeigen sich in diesem Bild wieder kleine Details, die von der Bensheimer Stadtgeschichte und der Region erzählen:

  • Da wäre der Rodensteiner Hof, der damals noch über eine Treppe zur Straßenseite hin verfügte. Im Rahmen des steigenden Verkehrsaufkommens wurde diese bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entfernt.
  • Da wäre der Schornstein ein paar Häuser weiter, der zur Brauerei Diefenbach gehörte, die ihr Bier unter wunderbaren Kastanien im eigenen Biergarten ausschenkte.
  • Da wären die Gärten an der Auerbacher Straße, die nur wenige Jahre nach der Entstehung dieser Postkarte durch den Bau des Postamtes im Jahre 1908 verschwanden.
  • Da wäre der kaum bewaldete Kirchberg, der einzig und allein dem Weinbau diente.
  • Da wären die Namen des Gasthauses „Weisses Ross“, die Werbung für die „Wergersche Brauerei-Gesellschaft Worms“ und das Herrenatelier ganz am linken Bildrand, die heute kaum einem Bensheimer noch etwas sagen dürften.

Vielleicht wäre da noch mehr zu entdecken, aber das ist Ihre Aufgabe!

BIAB_HRK_AK_Ansichtskarte_Auerbacherstrasse_001.jpg; Sammlung Kühnreich, Bensheim Ansichtskarte, gelaufen 01.08.1905, Verlag: Gebrüder Metz, Tübingen; Die Ansichtskarte zeigt die damalige Auerbacher Straße in Bensheim, heutige Darmstädter Straße vom Ritterplatz in Blickrichtung Norden. Auf der rechten Seiten (Osten) befand / befindet sich der Rodensteiner Hof, der noch über die ursprüngliche Treppe auf der Straßenseite verfügt, die im Rahmen des steigenden Verkehrsaufkommens bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts weichen musste. Links (Westen) befinden sich ein Herrenatelier und daneben das Gasthaus "Weisses Ross" mit einer Werbung für die "Wergersche Brauerei-Gesellschaft Worms". Wenige Häuser weiter, Richtung Norden, erkennt man einen Schornstein, der zur Brauerei Diefenbach gehörte. Unmittelbar neben dem Gasthaus klafft eine Lücke (Gärten), die nur wenige Jahre später (1908) durch den Bau des Postamts geschlossen werden sollte. Auffällig ist auch die spärliche Bepflanzung des Kirchbergs.

Lage

Mittwoch, 18. Oktober 2023

Bensheimer Hauptstraße um 1900... Was macht das Hochrad am Giebel des Hauses?

 Ein bekannter Anblick und ein häufig wiederkehrendes Motiv, wenn es um die Hauptstraße in Bensheim geht. In der heutigen Ansicht, aus der Sammlung von Herrn Kühnreich, sieht man die alte Stadtkirche mit ihrem Turm (nur einer!), die Fachwerkhäuser der Hauptstraße mit verputztem Fachwerk, man sieht... hey... Moment... Ein Hochrad am Giebel des Hauses auf der rechten Seite. Kein Lastenaufzug... Ein Hochrad! Jetzt sind Sie dran! Was macht es da oben?

Bensheim in alten Bildern - BIAB_HRK_0016.jpg; Sammlung Kühnreich, Bensheim; Die Bensheimer Hauptstraße um 1900; handkolorierte Ansichtskarte Kunstverlags-Anstalt Dietze, Darmstadt;  gelaufen: 19. September 1904. Die Hauptstraße in Blickrichtung Marktplatz (Norden). Im Hintergrund die alte Stadtkirche St. Georg mit dem ursprünglich einzelnen Turm. Auf der rechten Seite erkennt man an einem Giebel ein Hochrad, welches aus Werbezwecken oder zur Verbringung in den Dachspeicher hinaufgezogen wurde. Digitalisiert: Kühnreich, zusammengestellt: Stoll-Berberich 2023.

Lage

Mittwoch, 14. Juni 2023

Wilhelmstraße... es wächst zusammen, was zusammen gehört

 Wenn schon zwei Ansichtskarten derselben Straße, dann doch einfach mal digital zusammenfügen. Das Ergebnis:



Der Standort

 

Donnerstag, 1. Juni 2023

Wilhelmstraße um 1900 als Lithographie - Teil 2

 BIAB_HRK_AK_Ansichtskarte_Kaiser_Wilhelm_Strasse_002.jpg; Sammlung Kühnreich, Bensheim; Ansichtskarte, Feldpost gelaufen 12.09.1916, Verlag: Graphische Verlagsanstalt G.m.b.H. Dresden-Blasewitz, Adressat: Frau Ida Ahrendt bei Fischer, Berlin-Weißensee, Berliner-Allee; Text: Bin Sonntag Nacht um 11 Uhr hier gut angekommen. Es geht mir bis jetzt noch ganz gut. Mit freundlichem Gruß Heinrich; Links erkennt man die heute noch existierenden Gebäude Wilhelmstraße 49, 47, 45 und 43. Die Weiherstraße ist noch völlig unbebaut und die Freifläche erstreckt sich bis zum bischöflichen Konvikt, dem heutigen Rathaus.; zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich, 2023.

Links erkennt man die heute noch existierenden Gebäude Wilhelmstraße 49, 47, 45 und 43. Die Weiherstraße ist noch völlig unbebaut und die Freifläche erstreckt sich bis zum bischöflichen Konvikt, dem heutigen Rathaus.
Adressat: Frau Ida Ahrendt bei Fischer, Berlin-Weißensee, Berliner-Allee; Text: Bin Sonntag Nacht um 11 Uhr hier gut angekommen. Es geht mir bis jetzt noch ganz gut. Mit freundlichem Gruß Heinrich;

Der Standort

 

Montag, 1. Mai 2023

Wilhelmstraße um 1900 als Lithographie - Teil 1

 Die Kaiser Wilhelm-Straße - also die heutige Wilhelmstraße - in einer Lithographie um 1900. Wäre der vordere Bereich heute nicht bebaut, so könnte man die Wilhelmstraße genauso betrachten... fast, denn auch wenn die Häuser heute noch stehen, so sind es die kleinen baulichen Veränderungen, die den Unterschied machen... Gehen Sie doch mal vorbei...

BIAB_HRK_AK_Ansichtskarte_Kaiser_Wilhelm_Strasse_001.jpg; Sammlung Kühnreich, Bensheim; Ansichtskarte, gelaufen 10.05.1913, Verlag: Originaldruck Reinicke und Rubin, Verlag von Rob. Obst, Buch und Papierhandlung, Bensheim, Adressat: Frau Emilie Gerheim, Frankfurt am Main, Rotschild-Allee 9a; Text: Meine Lieben! Festliche Pfingsten wünschen wir Euch hiermit und grüßen Euch herzlich. Wir hofften, Ihr würdet die lieben Feiertage bei uns verbringen, das Wetter ist doch günstig. Daß es Artur besser geht, ist nur zu wünschen und hofften wir, daß er sich recht bald erholt. Mutter meint, Ihr könntet doch [...] Pfingst [...]. Eure Eltern.; Links erkennt man die heute noch existierenden Gebäude Wilhelmstraße 49, 47, 45 und 43. Die Weiherstraße ist noch völlig unbebaut und die Freifläche erstreckt sich bis zum bischöflichen Konvikt, dem heutigen Rathaus; zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich, 2023.

Der Standort

 

Samstag, 1. April 2023

Auerbacher Straße bzw. heutige Darmstädter Straße 79 bis 69 um 1900 - edler geht es kaum

 Die Auerbacher Straße (heutige Darmstädter Straße) in einer Lithographie von 1900 betrachtet vom Anwesen 94 in Blickrichtung Südost. Die Häuser 79 - 69 kann man auch heute noch betrachten... ach, was... bestaunen und bewundern, allerdings hat die Straße ein wenig an Reiz verloren, nachdem sie in den 1970er Jahren zu einer Verkehrsschneise ausgebaut wurde. Der Baumbestand, der sandige Gehweg und die gepflasterte Straße trugen maßgeblich zur Atmosphäre bei. Aber schon damals zeigen sich die ersten Neuerungen, die vermutlich auch damals auch schon Gegner gehabt haben dürften: Telegraphen- und Strommasten.

Im Hintergrund der Bensheimer Hausberg, der noch weitaus weniger bewaldet und stärker von Weinbergen geprägt war.

BIAB_HRK_AK_Ansichtskarte_Darmstaedter_Strasse_001.jpg; Sammlung Kühnreich, Bensheim; Ansichtskarte, gelaufen 10.08.1911, Verlag: L. Clement, Frankfurt am Main, Adressat: Fräulein Lina Jüllich, Kleberstraße No. 3, Aschaffenburg; Text: Bensheim, den 7.8.1911, Liebes Fräulein! Vielen Dank für Ihr liebes Briefchen, welches uns sehr freute. Wir erwarten Sie nun am 17. und 18 ganz bestimmt, sollte noch was vorkommen, dann werden wir so frei und telegraphieren. Also bis dorthin. Herzliche Grüße Ihre Familie Wagner, Grüße an Fritz und Meta, Bitte schreiben Sie Ihre Ankunft; Links erkennt man die Roonstraße in unbefestigtem Zustand und darauffolgend die heutigen Anwesen Darmstädter Straße 79 bis 69. Die Darmstädter Straße weist noch die sandigen Gehwege auf und die Straße ist geziert von Lindenbäumen und geprägt von Strom- bzw. Telegraphenmasten; zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich, 2023.

Der Standort

 

Samstag, 18. März 2023

Auerbacher Straße und Gymnasium Straße um 1900 in einer Ansichtskarte

 Während man heute einfach auf den Auslöser der Handykamera drückt und sich die Bilder digital in der Cloud speichert, bzw. die Bilder gleich in sozialen Netzwerken teilt oder den Service von Postkartendruckereien in Anspruch nimmt, mussten früher etliche Schritte unternommen werden, um eine Ansichtskarte in Umlauf zu bringen. Kunstvoll gezeichnete und aufwendig kolorierte Lithographien schmückten die Ansichtskarten, die damals nur auf der Bildseite beschriftet werden durften, während die Rückseite der Adresse vorbehalten blieb.

So auch diese wunderbare Ansichtskarte, die 1900 verschickt wurde und die Auerbacher Straße und die Gymnasium Straße zeigt. Die Auerbacher Straße? Die Gymnasium Straße? Ja, lang, lang ist es her, dass diese Straßen den Bensheimern bekannt und zugänglich waren. Während die Auerbacher Straße heute unter dem Namen Darmstädter Straße bekannt ist, ist die Gymnasium Straße... heute nicht mehr existent. Sie verlief südlich des Hauptgebäudes des Bensheimer Gymnasiums entlang, also zwischen dem Anwesen Darmstädter Straße 43 und 45. Das Gebäude im Hintergrund ist das immer noch prachtvoll erhaltene und sehenswerte Anwesen Arnauer Straße 17.

BIAB_HRK_AK_Ansichtskarte_Auerbacher_Strasse_001.jpg; Sammlung Kühnreich, Bensheim; Ansichtskarte, gelaufen 16.11.1900, Verlag: Verlag &Kunst Druck Anstalt Rosenblatt Frankfurt am Main; Ansicht der Auerbacher Straße (seit 1908 Darmstädter Straße), Blickrichtung Süden auf Höhe Villa Irene (heutige Darmstädter Straße 38), kleineres Bild zeigt den Bensheimer Hausberg "Kirchberg" und das Anwesen "Arnauer Straße 17", welches über die damals noch existierende "Gymnasium Straße" erreicht werden konnte.  Diese Straße führte am Hauptgebäude des Gymnasiums und dem Anwesen "Lorenz-Klein" (heutige Darmstädter Straße 43) vorbei.; Bensheim in alten Bildern - https://altesbensheim.blogspot.com - Bensheim Auerbacherstraße (heutige Darmstädter Straße) und Gymnasium-Straße um 1900 - http://maps.google.com/?q=49.68708081336164,8.6214081917886 ;zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich, 2023.

Standort (Hauptmotiv)

 

Sonntag, 20. März 2022

Unteres Grabengäßchen - 1978 und 2022 - Bildvergleich


 Der Bildvergleich zeigt die drastischen Veränderungen einer Gasse, die durchaus das Potential gehabt hätte, den Charme zu entwickeln, wie er in Städten wie Heppenheim, Zwingenberg etc. zu finden ist. Auch wenn die moderne Bebauung heutzutage mehr Komfort bietet und mehr Wohnraum entstanden ist, so schmerzt der Anblick doch ein wenig.





Lage 

 

Samstag, 12. Februar 2022

Unteres Grabengäßchen - 1970er Jahre

 "Das alte Bensheim", das kann man wohl mit einem kleinen Seufzer ruhig so sagen, wenn man die alten Bilder des Unteren Grabengäßchens so sieht. Zugegeben, die Substanz ist auf den Bildern als dringend reparaturbedürftig einzustufen, aber was hätte man heute daraus gemacht, machen können, wenn man wollte... aber das ist ein ganz anderes Thema!

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Grabengaesschen_001.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim, Foto: Wilhelm Helm; Blick in das "Untere Grabengäßchen" in Bensheim im Jahre 1974. Dieser Straßenzug existiert nur noch als Straßennamen, da die gesamte Bausubstanz im Rahmen der Neugestaltung der Bensheimer Innenstadt, insbesondere des "Beauner Platz" in den 1970er und 1980er umgestaltet wurde; zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich, 2022.

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Grabengaesschen_002.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim; Blick in das "Untere Grabengäßchen" in Bensheim im Jahre 1978. Dieser Straßenzug existiert nur noch als Straßennamen, da die gesamte Bausubstanz im Rahmen der Neugestaltung der Bensheimer Innenstadt, insbesondere des "Beauner Platz" in den 1970er und 1980er umgestaltet wurde; zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich, 2022.

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Grabengaesschen_003.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim; Blick in das "Untere Grabengäßchen" in Bensheim im Jahre 1978. Dieser Straßenzug existiert nur noch als Straßennamen, da die gesamte Bausubstanz im Rahmen der Neugestaltung der Bensheimer Innenstadt, insbesondere des "Beauner Platz" in den 1970er und 1980er umgestaltet wurde; zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich, 2022.

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Grabengaesschen_004.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim; Blick in das "Untere Grabengäßchen" in Bensheim im Jahre 1978. Dieser Straßenzug existiert nur noch als Straßennamen, da die gesamte Bausubstanz im Rahmen der Neugestaltung der Bensheimer Innenstadt, insbesondere des "Beauner Platz" in den 1970er und 1980er umgestaltet wurde, hier Bilder der Abrissarbeiten; zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich, 2022.

Lage

 

Dienstag, 27. April 2021

Abriss "Haus Schwerdt" - Schuhgasse 1968

Stück für Stück schwindet das alte Bensheim - Im Jahre 1968 fällt das "Haus Schwerdt" der Abrissbirne zum Opfer. Neben dem Haus sind es die vielen Details, die das Ansehen einer Straße wie die Schuhgasse prägen: Kopfsteinpflaster, alte Mauern und Tore. Wer heute durch Bensheim geht, dürfte die Schuhgasse eher meiden... da ist nicht viel zu sehen... Sorry!

Die Bilder stammen aus dem Stadtarchiv Bensheim. Vielen Dank an Dieter Ehret, der sich als Fachwerkenthusiast in bensheim sehr gut auskennt und immer wieder mit Rat und Tat zur Seite steht.

 
 
 






 

Lage

Montag, 19. April 2021

Kurzfristige Einblicke - Abriss von Häusern zeigt das Haus Schlinkengasse 7 und Nachbarhaus von der Seite

Wir schreiben die 1960er Jahre und Deutschland befreit sich von der alten Bausubstanz... weil es einfacher ist, weil es bequem ist... nur das Neue musss nicht immer schön sein. Das Alte zeigt sich aber auch nicht immer von der verlockenden Seite, denn der Gammel und der Zerfall hat nach Jahrzehnten der Verwahrlosung und der vielen Anpassungen der letzten Jahrhunderte Spuren hinterlassen. 

Da sich im Bereich Schlinkengasse - Am Bürgerhaus allmählich die Reihen lichten, erhalten wir durch den Abriss eines Hauses einen seltenen Anblick auf die Schlinkengassse 7. "Ach du grüne Neune... ob das noch was wird?" Ja, es wird etwas, denn das Haus auf der Ecke wird gerettet. Zwar standen die Vorzeichen schlecht, aber es wurde saniert und steht heute in voller Pracht da.

Vielen dank an Dieter Ehret für die vielen Details zu den Gebäuden und die Bilder.

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Am_Buergerhaus_001.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim; zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021;  Das "Bürgerhaus Emig", Schlinkengasse 7 (Ecke "Am Bürgerhaus") in Bensheim, Aufnahme von 1965. Wie etliche andere Fachwerkhäuser auch, die im Innenstadtbereich bis in die 1960er Jahre noch zu finden waren, sollte auch dieses Haus abgerissen werden. Das Haus wurde allerdings in den 1980er Jahren aufwendig saniert und beherbergt heute ein Restaurant. Aufgrund des Abrisses des daneben befindlichen Fachwerkhauses lässt sich das Haus auf dieser Aufnahme von der Seite betrachten. Ein Anblick, der heute aufgrund der neuen Bebauung so nicht mehr möglich ist.

Das Nachbarhaus - noch steht es 

Noch steht es und auch hier erlaubt der Abriss des kleinen Fachwerhäuschens einen Blick auf das alte Fachwerk. Viel wurde daran "gebastelt" und vielleicht würde man es heute noch retten, aber... es ist weg.

BIAB_Stadtarchiv_Bensheim_Am_Buergerhaus_002.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim Rechts die Schlinkengasse 7 (Ecke "Am Bürgerhaus", früher "Hintergasse") in Bensheim, Aufnahme von 1965. Wie etliche andere Fachwerkhäuser auch, die im Innenstadtbereich bis in die 1960er Jahre noch zu finden waren, sollte auch dieses Haus abgerissen werden. Das Haus wurde allerdings in den 1980er Jahren aufwendig saniert und beherbergt heute ein Restaurant. Das Fachwerkhaus auf der linken Seite wird abgerissen und die drei Kinder spielen bereits auf den Trümmern eines kleinen Fachwerkhauses, welches bereits abgerisssen wurde. Daher begründet sich auch der direkte Blick auf die freiliegenden Fassaden der noch stehenden Häuser.

Bildvergleich - vor und nach der Instandsetzung

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Dienstag, 16. März 2021

Erro, dum vivo - Totgesagte leben länger - Häuser in der Schlinkengasse / Am Bürgerhaus

Wenn man alte Bilder erhält - in diesem Falle Dias - und diese auch noch falsch beschriftet sind, bzw. falsch in die Diarahmen eingesetzt wurden, dann kann es passieren, dass man Häuser falsch zuordnet. So geschah es mir, als ein altes Dia aus dem Bestand "Wahl" falsch eingescannt und dann falsch interpretiert wurde. Ein vermeintlich abgerissenes Haus (wie im Beitrag vom 24. Juli 2020 "Historisches Fachwerkhaus - Schlinkengasse 7, Ecke "Am Bürgerhaus" dargestellt und mittlerweile korrigiert), steht wie "aus dem Ei gepellt" in Bensheim. Die Schlinkengasse 7.

Auf den Fehler aufmerksam machte Herr Dieter Ehret aus Hemsbach, der  nicht nur die Geschichte des Hauses darlegte, sondern auch noch weitere Geheimnisse der Bergsträßer Fachwerkwelt verriet, und die Geschichte der noch erhaltenen Häuser in der Schlinkengasse und "Am Bürgerhaus"ergänzte.

Aber jetzt erst einmal zum Anwesen "Schlinkengasse 7"

Bilder von 1952




Bilder Mitte der 1970er Jahre (bekannt aus o.g. Beitrag)

Lage


Weitere Fachwerkhäuser im Bereich Am Bürgerhaus / Schlinkengasse

Nun zu Dieter Ehret und dem Fachwerkhaus "Am Bürgerhaus 5" in einem Artikel aus dem Darmstädter Echo vom 1. Juni 1991:

Experte hilft bei Sanierung

Dieter Ehret hat Fachwerkhaus originalgetreu rekonstruiert

 FACHWERK WIE ANNO DAZUMAL: 

Dieter Ehret, Träger des Hessischen Denkmalschutzpreises, hat sich mit dem baulichen Werdegang des Hauses Nummer 5 an der Straße „Am Bürgerhaus" in Bensheim befaßt. Dank seiner Zeichnungen vom Originalzustand wird das Gebäude nach der Sanierung im ersten und zweiten Obergeschoß wieder jene reichgegliederte Fachwerkfassade zeigen, die es ursprünglich gehabt haben muß.
(lug) 

BENSHEIM (DE). Seit einiger Zeit kennt man im Bensheimer Stadtbauamt einen freiwillig engagierten Sanierungsexperten, der zur Pflege des Stadtbildes mit fundierten Anregungen aufwartet. Dieter Ehret, Verwaltungsangestellter in Hemsbach, interessiert sich für alte Fachwerkhäuser, und ganz besonders dafür, wie sie im Orginalzustand ausgesehen haben.

Der Fachwerkforscher aus Passion beläßt es nicht nur bei der Theorie, schreibt Erika Ertl von der Pressestelle der Stadt. Wenn er alles intus hat, was das jeweilige Stadtarchiv, Sanierungsbüro und die Architekten zum Projekt zu sagen haben, schaut er sich selbst um, fotografiert und filmt. Danach legt er Stapel von Skizzen an und baut schließlich das alte Haus im Maßstab 1:20 oder 1:50 nach, einschließlich der inneren Bundwände, sämtlicher Verstrebungen, Fensterfassungen und Treppen.

Mehr als 40 dieser bis zu einem Zentner schweren Modelle hat er bisher nachkonstruiert. Auf einer Wanderausstellung im Südhessischen mögen sie interessierten Besuchern den Blick auf Harmonie und Schönheit der alten Gebäude geschärft haben. Für Ausdauer und Einsatz, der bei Hausbesitzern, Architekten und Sanierungsbeauftragten Bewußtsein schafft und dazu beiträgt, mehr über den Erhalt als über den Abriß nachzudenken, hat Dieter Ehret im vergangenen Jahr zusammen mit anderen den Hessischen Denkmalschutzpreis erhalten.

In Bensheim hat das Fachwerkhaus Nummer 5 an der Straße „Am Bürgerhaus" Ehrets Aufmerksamkeit erregt. Er hat es eingehend erkundet, untersucht, sich mit dem baulichen Werdegang beschäftigt und danach sowohl den jetzigen, als auch den ursprünglichen Zustand des Hauses zeichnerisch dokumentiert.

Nach seinen Angaben wurde das Haus zwischen 1570 und 1575 erbaut und seitdem vielfach verändert. Im 17. Jahrhundert muß das ehemals bodenständige Fachwerk im Erdgeschoß durch massives Bruchsteinmauerwerk ersetzt worden sein. Die Vergrößerung der Fensteröffnungen datiert er ins 18. Jahrhundert.

Die Zeichnungen der Originalfassade, die er dem Stadtbauamt und den Eigentümern zur Verfügung stellte, führten dazu, daß das Eckhaus im ersten und zweiten Obergeschoß wieder jene reichgegliederte Fachwerkfassade zeigen wird, die es ursprünglich gehabt haben muß. Die Holzkonstruktion zeigt jetzt schon, wie es werden wird.

Etwa die Hälfte der noch vorhandenen Holzteile mußte erneuert werden, die andere Hälfte konnte nach fachgemäßer Bearbeitung durch den Zimmermann wiederverwendet werden. Die Denkmalschutzbehörde, die bei der Sanierung ein gewichtiges Wort mitzureden hat, hat die Form der Rekonstruktion befürwortet, heißt es weiter.

Digitalisierte Versionen der Skizzen von Dieter Ehret "Am Bürgerhaus 5"

 

Lage


 

Video über die Johannesberger Handwerkssammlung mit den Modellen Dieter Ehrets

 

Samstag, 9. Januar 2021

Rodensteinstraße (Mannheimer Straße) / Eisenbahnanlage vor 1900

Die Bahnanlage im Bereich der heutigen Rodensteinstraße auf einer Ansichtskarte der  Kunstanstalt Chr. Haun, Darmstadt; gelaufen: 06.08.1900.


Die Ansichtskarte zeigt die Rodensteinstraße (ursprünglich: Mannheimer Straße), die damals noch auf gleicher Höhe mit den Bahnanlagen der Main-Neckar Bahn bzw. der Hessischen Ludwigs-Bahn lag. Im Hintergrund (Mitte) sieht man die alte Stadtkirche und das Dach des davor befindlichen alten Rathauses. Ganz links erkennt man den Rodensteiner Hof. Von den in der Rodensteinstraße zu sehenden Häusern stehen nur noch wenige. Die Mathildenstraße im rechten Teil des Bildes (links neben dem Haus am rechten Bildrand) ist ebenfalls zu erkennen.

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Freitag, 11. Dezember 2020

Bahnhofstraße - Kaiser-Wilhelm Anlage und Gasthof Germania 1907

Wie idyllisch, wie romantisch, wie... weg! Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. In diesem Falle stimmt das in doppelter Hinsicht, denn was soll man in Anbetracht der heutigen Situation an gleicher Stelle noch viel sagen. Der Text der Feldpostkarte ist auch eher bescheiden... "Danke für Deine Karte... erhältst Du meine Karten... Bis bald... Gruß"


 Lage

Freitag, 4. Dezember 2020

Das Amtsgericht von 1902 - Wilhelmstrasse 26

Das Amtsgericht in der Wilhelmstraße 26 wird demnächst 120 Jahre alt... es steht noch immer, ist immer noch ein Gericht, es war zwischenzeitlich an das Gefängnisgericht angeschlossen, welches 1980 mitsamt der Gefängnismauern abgerissen worden ist, und es sieht immer noch prachtvoll aus. Der Baumbestand ist gewachsen, das verändert die Ansicht heute nochmals und im Hintergrund sehen sie nichts... Da war Bensheim zu Ende, da kamen die Gärten und Felder... Ein richtiges Kleinstadtidyll.
 
Ein herzliches Dankeschön an Herrn Kühnreich für diese zwei Bilder.



 

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Freitag, 20. November 2020

Bildvergleich - Beauner-Platz und Promenadenstraße 1980er und 2020


Da ist nicht mehr viel übrig vom alten Bensheim. Der Park nebst Bachlauf, die alte Turnhalle, die alten Häuser der Promenadenstraße... alles weg.

Aber dafür eine gepflasterte Fläche nebst leerstehendem Einkaufszentrum... läuft!


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Freitag, 13. November 2020

Bildvergleich - Neugasse, Ecke Aulstraße - 70er Jahre und 2020

Zugegeben, der Vergleich ist aufgrund der unterschiedlichen Jahreszeiten nicht ganz fair, aber trotzdem dürfte der Zustand der Straße heute überzeugender sein... oder?

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Montag, 9. November 2020

Die Synagoge in Bensheim Auerbach

Was als kleines, unscheinbares Haus am Rande der Bachgasse in Bensheim Auerbach kaum ins Auge fällt, ist ein Kleinod und ein Mahnmal zugleich. Im Jahre 1780 erbaut und das Herz jüdischen Lebens in Auerbach, wird sie in den 1930er Jahren verpachtet und als Reperaturwerkstatt für Landmaschinen genutzt, wie die Werbeschilder für Hako-Landmaschinen und Ford belegen. Was für einen solch wichtigen Ort kaum vorstellbar erscheint, die Nutzung als Werkstatt, rettet dieses Gebäude vor der Zerstörung durch den Nazi-Terror. Es bleibt stehen, vorerst, denn in den 1970er Jahren wird das Gebäude - mittlerweile in einem traurigen Zustand - wieder zum Abriss vorgesehen. Es kommt anders und das Gebäude kann stehen bleiben. Auch wenn nicht mehr als Synagoge genutzt, so dient es heute als Begegnungsstätte, Ort der Erinnerung und Mahnmal. Die Synagoge von Auerbach.

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Freitag, 30. Oktober 2020

Die Grieselstraße 1985 - Metzgerei Hübner, Restaurant Thessaloniki und kein Parkhaus

Irgendwie schien dieser Bereich interessant zu sein für Herrn Wahl, denn es gibt etliche Bilder, die er hier geschossen hat. Vielleicht kannte er aber auch die Planung dessen, was der Griesel in den kommenden Jahren erleben sollte. Grundstücke wurden getauscht, zusammengelegt, die alten Häuser samt Gewölbekeller (man darf gar nicht daran denken, was man heute alles aus den Kellern machen könnte!) abgerissen, neu gebaut... Parkraum geschaffen.... Aber jetzt erst einmal noch ein Blick in die Phase... noch alt, nicht mehr ganz vollständig aber bald weg.

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