Freitag, 17. März 2017

Rodensteinstraße 7 im Jahre 1975... nur noch wenige Tage...

...nur noch wenige Tage und dann fällt dieses Gebäude dem automobilistischen Denken der 60er und 70er Jahre zum Opfer. Aber keine Angst! Während dieser Beitrag noch den Originalzustand zeigt, wird erst der nächste Beitrag die Abrissarbeiten zeigen.

Genießen Sie daher noch die Feinheiten des Gebäudes: Die Ziegelsteinfassade, die Erker, die Dächer, selbst der Zaun davor. Das dritte Bild ist interessant, denn die Freifläche von der das Foto geschossen wurde, war früher ebenfalls bebaut.

Wieder einmal stellt sich die Frage, ob Stadt- und Verkehrsplanung nicht auch eine vorausschauende Komponente haben sollte. Was einmal verschwunden, kommt nicht wieder und wer weiß, ob wir in Zukunft noch große Benzinkutschen über breite, laute Feinstaubschneisen manövrieren, denn dann wäre dieses Prachtstück an Haus noch sinnloser geopfert worden.

Die dokumentarischen Aufnahmen verdanken wir Herrn Willy Helm.





Freitag, 10. März 2017

Schwanheimer Straße 33 - 1911

Heute eine einfache, aber feine Ansichtskarte, die den Poststempel des Jahres 1911 trägt. Wir befinden uns in der Schwanheimer Straße, genauer gesagt vor dem Haus No. 33. 

Das Haus steht heute immer noch, der Gartenzaun ist auch noch vorhanden, doch was sich wieder einmal verändert hat und den Gesamteindruck doch erheblich verändert, ist der fehlende Bachlauf und der wunderschöne Baumbestand.

Durch das Entfernen (Kanalisieren) der Bachläufe - ein Phänomen, welches in den 1960er Jahren Einzug hielt - verschwand auch die wunderschöne Brücke, die das Grundstück mit der Straße verband. Hier wieder das Gedankenspiel: "Was wäre wenn...?", aber zu spät. Entfernt, abgerissen... verloren!

Vielen Dank an Ferdinand Woißik, der dieses Bild am Aktionstag im April 2016 zur Verfügung gestellt hat.




Donnerstag, 9. Februar 2017

Bensheimer Nähschule um 1925

Das heutige Bild zeigt eine Klasse der Nähschule um 1925. Leider ist nur eine Dame auf dem Bild bekannt, nämlich die Dame ganz vorne. 

Anna Maria Zehnbauer besuchte, wie auch zuvor ihre Schwester Elisabeth, die Bensheimer Nähschule, die damals in der Hauptstraße 81 untergebracht war. Während von der einen Schwester nur noch das Bild aus der Ausbildungszeit existiert, liegen von Elisabeth Zehnbauer etliche Dokumente vor.

So existiert heute noch das Ausbildungsheft (PDF 27 MB) , welches in Bleistift verfasst, sowohl die handwerklichen als auch kaufmännischen Aspekte des Schneiderberufes umfasst. Zudem liegen der Lehr-Vertrag zum Damenmacherkleider-Handwerk (PDF 4 MB) mit der Schneiderei Heeb, die Einladung zur Überreichung des Gesellenbriefes im Deutschen Haus und die Urkunde zur Gesellenprüfung vor.






Wussten Sie, dass eine Damenbluse (für Frau Schmidt aus Bensheim) im Jahre 1925 insgesamt 24 Mark und 77 Pfennige kostete, dass insgesamt 9 Arbeitsstunden für die Fertigung angesetzt wurden und Frau Schmidt insgesamt dreimal zur Anprobe bestellt wurde. Die Materialkosten schlugen mit 15 Mark zu Buche, der Arbeitslohn mit 4,50 Mark.
Wir sprechen also von einem Arbeitslohn von 0,50 Pfennig!


Die feierliche Gesellenbriefüberreichung erfolgte am Sonntag 3. Mai 1925 um 2 Uhr im Deutschen Haus, die auch eine Besichtigung der Gesellenstücke in der städtischen Turnhalle (Anlage (heute: Beauner-Platz)) beinhaltete. Entscheidend ist dabei der Vermerk: "Ihre Gesellenstücke und Arbeitsproben (soweit ausstellungsfähig) haben Sie am Samstag, den 2. Mai in der städtischen Turnhalle zu Bensheim (Anlage) abzuliefern".



Freitag, 27. Januar 2017

Das Bensheimer Kirchberghäuschen - Eine Attraktion seit 1857

Ob die verantwortlichen Herren Krauß, Taupel, Baron von der Rodenstein, Hainz und Werle überhaupt eine Ahnung hatten, welchen "Kracher" sie mit ihrer Entscheidung im Jahre 1840 gelandet hatten, als sie sich zum Bau eines den Bensheimer Kirchberg krönenden Tempels entschlossen.

Lange wurde gebaut, von 1849 bis 1857, bis das Kleinod festlich eingeweiht werden konnte, wobei der ursprüngliche Plan, der eigentlich noch einen imposanten Turm vorsah (die Kosten und Dauer des Projektes machten allerdings einen Strich durch die Rechnung) nicht umgesetzt wurde. 

Nachdem der Kirchberg mit ausgebauten Wanderwegen erschlossen worden war, wurde das kleine Häuschen in rund 220 Metern Höhe ein echtes Bensheimer Wahrzeichen. Auf den heute gezeigten Bildern erkennt man sehr gut noch:
  • die vielen kleinen Details an der Fassade, die heute so nicht mehr zu finden sind, 
  • das Fehlen von Bäumen und Sträuchern, die den Blick auf das Kirchberghäuschen aus ganz Bensheim ermöglichte und natürlich
  • den noch nicht erstellten Anbau, der ein weiterer Beweis für die Attarktivität des Kirchberghäuschens ist.
Und alle, die jetzt Lust bekommen haben, dieses Kleinod bei Bergsträßer Wein und guter Hausmannskost zu genießen, hier nochmals der Hinweis: Ist die Fahne zu sehen, ist das Kirchberghäuschen offen... Viel Spaß!


Bensheim in alten Bildern - Das Kirchberghäuschen um 1900

Bensheim in alten Bildern - Das Kirchberghäuschen um 1930

Bensheim in alten Bildern - Das Kirchberghäuschen um 1930